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m.peter bluhm/24.07.08
rutschbilder........
helmuth zenz/13.12.02
vernissage fuer.....
helmuth zenz /april`94
BILD ZEITUNG........
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rutschbilder erzählen viele geschichten/neu-ulmer zeitung am 24.juli 2008

Ulm(bh) Wenn er Wut hat, ist Christoph Nasfeter immer am einfallsreichsten. Zur Zeit pflegt der gebürtige Pole, der in Berlin wohnt und gelegentlich in Ulm lebt, einen heiligen Zorn auf seinen bisherigen Förderer Werner Schneider.
Als Nasfeter seinen angeblich endgültigen Abschied vor drei Jahren im alten Bahnhof Neu-Ulm gab, ließ es sich sein regionaler Fan-Club nicht nehmen, Kunstwerke von ihm zu erwerben. So mancher spekulierte gewiss, das der gelegentlich unbequeme , aber hochkreative Künstler Berlin oder zumindest den Prenzlauer Berg im Sturm erobern würde. Hinzu kam eine Zusage des Neu-Ulmer Insolvenzverwalters und Kunstmäzens Werner Schneider, Nasfeter könne in seiner New-Yorker Galerie ausstellen, womit dieser Dauerbegabung die große, weite Welt endlich offenstünde.
Diese Ausstellung ist bis heute nicht zustande gekommen, „ich musste mich immer wieder vertrösten lassen“, sagt er, „und so „ fing ich an zu schmieren“.
Schmieren? Wunderwitzige Kleinkunstwerke hat Christoph Nasfeter geschaffen, die er zunächst im renommierten Club der polnischen Versager in Berlin-Mitte ausstellte, bevor er sie nach Ulm transportierte. Dort
schmücken seine neuen Einfälle jetzt ein neues Kultur-Cafe in der Frauenstraße 50 namens „Rosi“, das vom Interieur genauso auf den Prenzlauer Berg oder nach Berlin`- Kreuzberg passen würde. So haben beispielsweise Porträts seiner neuen Nachbarn, acryl auf Leinwand gebannt, einen würdigen Rahmen. Penner und Angeber nennt er sie in seinem gewohnten Spott
und ist gar nicht soweit vom „Pinselheinrich“ Zille entfernt, der zu Kaisers Zeiten vorzugsweise Leute aus den Berliner Mietskasernen verewigte („Mutta, stell den Blumentopf raus, ick will ins Grüne“).
Aber auch seine „Schnitte und andere Schweinereien“ hat er mitgebracht, die einzeln für sich gemalte Kurzgeschichten sind. „Kraft durch Freude“ soll man – so Nasfeter – beim Betrachten seiner „Rutschbilder“ bekommen und man wird - Ironie pur- belehrt,dass Kunst die Augen öffnet, beispielsweise beim Betrachten seiner Bremsspurbilder. Die Eulenspiegeleien finden kein Ende an den Wänden des neuen Cafe Rosi mit seiner originellen Sammelsurium-Einrichtung, in der ein wie beiläufig auf das Tischchen abgelegter Spiegel vom 5. November 1979` das Prunkstück der Zeitschriftenauswahl ist. Aufmacher-Überschrift: „Künstler Beuys – der Größte – Weltruhm für einen Scharlatan?“
Honi soit qui mal y pense. Ein Schelm, wer Böses drüber denkt.//michael peter bluhm'08